"Hat der wirklich ein Rad ab?"
„Sprache und Psychiatrie“ - Plädoyer für eine wertschätzende Sprache -
Zum Nachbarn um die Ecke zu
sagen, „Der hat ein Rad ab!“,
„Der X. ist verrückt!“ oder aber:
„Herr M. leidet an einer
psychischen Erkrankung“, ist
nicht das Gleiche, obwohl es
Dasselbe meint. Die Sprache
und ihre unbewusst oder
bewusst gewählten Ausdrucksvarianten für ein und
denselben Sachverhalt spielen bei der eventuellen
Stigmatisierung psychisch kranker Menschen eine
entscheidende Rolle.
Mit der folgenden Zusammenfassung einer
etymologisch-sprachhistorischen Untersuchung
möchte ich dafür plädieren - durchaus auch bei
professionellen Helfern - sich im Kontext seelischer
und psychischer Probleme kritisch mit den eigenen
Sprachgewohnheiten zu beschäftigen. Ich habe zwar
nicht vor, einen engen moralisierenden
„psychiatrischen Sprach-Knigge“ anzuregen, aber
eines scheint mir wesentlich. Es ist die Überzeugung,
dass es mit gutem Willen und einer
einfühlsamen Achtsamkeit möglich ist, gewisse
psychiatrische Sachverhalte und Beobachtungen zu
beschreiben, ohne dabei die Würde der betroffenen
Menschen zu beschädigen. Von daher bemühe ich
mich schon um ein Orientierungsmuster für eine
wertschätzende Sprache in psychiatrischen
Zusammenhängen.
(Gottfried Cramer, Referent für Öffentlichkeitsarbeit
der Klinik Hohe Mark)
Plädoyer für eine wertschätzende Sprache
(PDF-Datei, 94 KB)
- Dateien:
Sprache-Psych-_20050114.pdf
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